DAS MEISTERWERK Sieben Wege der Hoffnung
“Die Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze“ komponierte Joseph Haydn 1787 als Auftragswerk für eine Aufführung in einer unterirdischen Kirchengrotte im spanischen Cádiz. In der Karwoche wurden dort die letzten Sätze Christi in lateinischer Sprache verlesen und Haydn sollte dafür eine Art „Andachtsmusik“ komponieren. Genial war seine Lösung die textliche Botschaft musikalisch zu deuten und Rhythmus wie Sprachmelodie der Worte in musikalische Motive umzusetzen. Haydn selbst hielt sie für eine seiner besten Kompositionen. Heute treten an die Stelle der Bibelworte oft moderne Texte. Schauspieler Joachim Król liest aus Thomas Bernhards Gedichtzyklus „In hora mortis“. Setzt sich der Schriftsteller mit dem Thema „Sterben“ mit Worten auseinander, ist es für Wolfgang Amadeus Mozart die Tonart d-Moll, die er mit Tod, Schmerz und Verzweiflung musikalisch in Verbindung setzt. Was könnte in diesem Passionsprogramm daher besser passen als sein d-Moll Klavierkonzert KV 466. Der ergreifenden Emotionalität dieser Musik wie auch den berührenden Klängen des für die Musikgeschichte so einzigartigen Werkes von Joseph Haydn kann man sich kaum entziehen.


